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Studium und Lehre

Moot Courts

 

Hinter dem Konzept Moot Court verbirgt sich die Simulation eines (Schieds-)Gerichtsverfahrens. Die Teilnehmer schlüpfen hierbei in die Rolle der Anwälte der jeweiligen Prozessparteien und vertreten diese, je nach Moot teilweise in englischer Sprache, vor Gericht. Hierzu fertigen sie zu einem fiktiven Fall Schriftsätze an und bestreiten eine mündliche Verhandlung. Das fordert von den Teilnehmern nicht nur die spontane Reaktion auf den Vortrag der gegnerischen Seite, sondern auch die Beantwortung schwieriger Fragen der Richter. Die Richterbank wird häufig nicht nur von renommierten Professoren, sondern auch von Praktikern und erfahrenen Richtern des jeweiligen Rechtsgebietes besetzt. Klingt erstmal nach einer Menge Arbeit und Stress. Warum sollte man sich das antun?

Im Rahmen des Moot Courts haben die Teilnehmer die einmalige Chance:

  • Praxiserfahrung und Einblicke in den späteren anwaltlichen Arbeitsalltag zu sammeln
  • sich in spezifische Rechtsgebiete einzuarbeiten und in diesen zu Experten zu werden
  • mit potentiellen Arbeitgebern und Anbietern von Praktikumsstellen Kontakte zu knüpfen
  • renommierte Vertreter des jeweiligen Faches live zu erleben und kennenzulernen
  • Freundschaften und Netzwerke quer über Deutschland/die Welt zu knüpfen
  • Rhetorische Fähigkeiten zu entwickeln, insbesondere den souveränen Auftritt vor Fachpublikum, die Präsentation rechtlicher Argumente und die spontane Reaktion auf Gegenargumente einzuüben
  • Erfahrungen in der Zusammenarbeit als Team zu sammeln
  • An einem langfristigen Projekt mitzuwirken, hierbei insbesondere Zeitmanagement und Konfliktmanagement zu erlernen
  • Je nach Moot Court Sprachfertigkeiten in einer anderen Rechtssprache zu erlangen
  • Die Teilnahme prüfungsrechtlich anerkannt zu bekommen (Schlüsselqualifikation, Freiversuchsverlängerung, Fachsprachkurszertifikat)

 

 

Folgende Moot Courts werden am Fachbereich angeboten:

Der Philip C. Jessup International Moot Court Wettbewerb ist der größte und älteste internationale Wettbewerb auf dem Gebiet des Völkerrechts. Gegründet wurde er 1959 von Studenten der Harvard und der Columbia University sowie der University of Virginia. Seither wird er jährlich von der International Law Students Association (ILSA) organisiert. Zurzeit nehmen etwa 2.500 Studentinnen und Studenten von über 500 Universitäten aus etwa 90 Ländern teil.

Jede Universität darf ein Team, bestehend aus 2-5 Studierenden und Coaches ins Rennen schicken. Die Teams bearbeiten während des Wettbewerbs einen fiktiven Fall, der von ILSA gestellt wird und sowohl aktuelle, als auch klassische Probleme des Völkerrechts enthält. Die Studierenden vertreten die streitenden Staaten in einem Verfahren vor dem IGH. Die Teams repräsentieren die Staaten sowohl auf Kläger- als auch auf Beklagtenseite. Es sind zunächst Schriftsätze (“Memorials”) einzureichen, um dann in einer mündlichen Verhandlung (“Pleadings”) – jeweils in englischer Sprache – gegen die Teams der anderen Universitäten anzutreten.

Aufgrund der großen Beliebtheit gliedert sich der Jessup in nationale Vorausscheide und die internationale Runde. Im Rahmen des deutschen nationalen Vorausscheids kommen die Teams der deutschen Universitäten jährlich an einem wechselndem Veranstaltungsort (2018 Kiel) zusammen. Es gilt aus den teilnehmenden Teams die drei besten auszuwählen, die dann Deutschland in der internationalen Runde vertreten. Während der German National Round haben die Studenten nicht nur die Möglichkeit sich mit den besten deutschen Teams zu messen, sondern auch vor renommierten Professoren und Praktikern einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. In der Vergangenheit konnten die Teams sogar die Ehre in Anspruch nehmen vor ehemaligen IGH-Richtern vorzutragen!

Weitere Informationen sowie ehemalige Teilnahmen und Erfahrungsberichte finden Sie hier.

Die Informationsveranstaltung zum Philip C. Jessup Moot Court 2017/2018 findet am 12.05.2017, 14:30 Uhr s.t., JDC 2.281 statt. Ausführliche Informationen finden Sie hier.

Völkerstrafrecht im Saal der Nürnberger Prozesse

Der Nuremberg Moot Court ist international, in englischer Sprache, und er findet direkt vor unserer Haustür in Nürnberg statt. Den Case gibt es im Mai, dann arbeiten wir sechs Wochen an den Schriftsätzen, die Pleadings finden schlussendlich an drei Tagen im Juli statt. Das bedeutet, die Teilnahme am Moot Court ist neben dem ganz normalen Semesterbetrieb möglich.

Der Case kommt aus dem Völkerstrafrecht, verhandelt wird vor dem Internationalen Strafgerichtshof. Dieser tagt nicht wie sonst in Den Haag, sondern im Schwurgerichtssaal des Nürnberger Justizpalastes. Das ist der Ort, an dem mit den Nürnberger Prozessen das Völkerstrafrecht schlechthin erschaffen wurde.

Studierende aus aller Welt treffen sich in diesem Saal, um mit ihren Argumenten gegeneinander anzutreten. Richterinnen und Richter sind führende internationale Experten des Völkerstrafrechts. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der internationalen Strafgerichtshöfe und ihrer Institutionen, der Verteidigung, Persönlichkeiten aus Praxis und Wissenschaft kommen nach Nürnberg, um die Plädoyers der Studierenden zu bewerten und den Fall zu entscheiden.

Mehr Internationalität ist kaum vorstellbar. Der Nuremberg Moot Court bietet die einmalige Gelegenheit, internationale Kontakte zu knüpfen zu den Praktikern und Theoretikern des Völkerstrafrechts – zu denen von heute und denen von morgen.

Mach mit im Team der FAU! Weitere Informationen gibt es hier.

100 Studierende aus über 20 Ländern und vier Kontinenten sorgten für eine einmalige Atmosphäre. Foto © Lérot Finale 2016: Im Hintergrund die Anklagebehörde, am Rednerpult plädiert ein Verteidiger. Foto © Lérot
Die Richterbank. Den Vorsitz führte hier der Vorsitzende Richter am Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien Wolfgang Schomburg. Foto © Lérot Plädoyer. Foto © Lérot

Der Willem C. Vis International Commercial Arbitration Moot ist der weltweit größte zivilrechtliche Wettbewerb und findet alljährlich in Wien statt. Seit dem ersten Moot im Jahre 1993 mit 11 teilnehmenden Universitäten ist der Vis Moot jedes Jahr kontinuierlich gewachsen: Beim 24. Vis Moot 2017 trafen 338 Teams aus 77 Ländern aufeinander. Ausgerichtet wird der Wettbewerb vom Verein zur Veranstaltung und Förderung des Willem C. Vis International Commercial Arbitration Moot, dem mehrere Universitäten, Schiedsinstitutionen, sowie UNCITRAL (United Nations Commission on International Trade Law) angehören.

Der Vis Moot besteht aus zwei Teilen. Nachdem der Sachverhalt mit Problemen aus dem UN-Kaufrecht und dem internationalen Schiedsverfahrensrecht Anfang Oktober erschienen ist, beginnt die Schriftsatzphase. In dieser verfasst das Team einen Kläger-, sowie einen Beklagtenschriftsatz auf Englisch. In der anschließenden mündlichen Phase, schlüpfen die Teilnehmer in die Anwaltsrolle und vertreten Kläger und Beklagten im Plädoyer. Zur Vorbereitung des einwöchigen Finales in Wien finden weltweit mehrtägige Vorbereitungswettbewerbe, sogenannte Pre-Moots statt, in denen die Studenten das Plädieren gegen unterschiedliche Gegner üben und sich verbessern können. Jedes Jahr nimmt das Team der FAU an mehreren dieser Pre-Moots teil. In den letzten Jahren u.a. in Amsterdam, Belgrad, Budapest, Helsinki und Pristina.

 

Der Vis Moot ist eine einmalige Möglichkeit: Sie werfen einen Blick über den Tellerrand und beschäftigen sich intensiv mit dem zukunftsträchtigen Rechtsgebiet der internationalen Handelsschiedsgerichtsbarkeit. Ein Thema, das im regulären Studium sonst allenfalls einmal gestreift wird. Zudem trainieren Sie Ihre juristischen sowie rhetorischen Fähigkeiten und lernen Studenten und Praktiker aus der ganzen Welt und unterschiedlichsten Rechtssystemen kennen.

Nähere Informationen sowie Eindrücke aus den vergangenen Jahren finden Sie hier sowie unter https://vismoot.pace.edu/

 

Telders International Law Moot Court

Der Telders International Law Moot Court Wettbewerb ist ein englischsprachiger Wettbewerb auf dem Gebiet des allgemeinen Völkerrechts. Er findet seit 1977 statt. Zunächst werden in den nationalen Vorausscheidungen die besten Teams jedes Mitgliedsstaats der Europäischen Union ermittelt. Die internationale Finalrunde findet im Peace Palace, dem Sitz des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag statt. Zeitraum: Oktober bis April.

Weiterführende Informationen finden Sie auf den Internetseiten der Universität Leiden.

Concours Charles-Rousseau Moot Court

Der Concours de procès simulé en droit international Charles-Rousseau ist der wichtigste französischsprachige Moot Court Wettbewerb auf dem Gebiet des allgemeinen Völkerrechts. Er besteht seit 1985. Das Finale findet in einem französischsprachigen Land statt. Wettbewerbszeitraum: September bis Mai.

Weiterführende Informationen finden Sie auf den Internetseiten des Ausrichters.

ELSA WTO Moot Court

Der ELSA WTO Moot Court betrifft das Recht der Welthandelsorganisation (WTO). Er wird seit 2002 ausgerichtet und hat nationale bzw. regionale Runden und eine Endrunde in Genf. Wettbewerbszeitraum: September bis Juni.

Weiterführende Informationen des Ausrichters ELSA.

FDI Moot Court

Der Foreign Direct Investment International Arbitration Moot (FDI Moot) ist ein Moot Court Wettbewerb auf dem Gebiet des internationalen Investitionsschutzrechts. Er wurde erstmals 2006 organisiert. Die Finale finden im jährlichen Wechsel in Boston, Frankfurt, Malibu und London statt. Wettbewerbszeitraum: Februar bis November.

Weiterführende Informationen finden Sie auf den Internetseiten des Ausrichters.

Concours René Cassin

Der Concours européen des Droits de l’Homme René Cassin ist ein französischsprachiger Moot Court Wettbewerb, der sich auf die Europäische Menschenrechtskonvention bezieht und einen Fall betrifft, der vor dem EGMR verhandelt wird. Das Finale findet in Straßburg statt. Wettbewerbszeitraum: Dezember bis April.

Weiterführende Informationen erhalten Sie auf den Internetseiten des Ausrichters.

ICC Trial Competition

ICC Trial Competition ist der offizielle Moot Court Wettbewerb des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag und bezieht sich auf das Völkerstrafrecht.

Weiterführende Informationen finden Sie auf den Internetseiten des Ausrichters.