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Veranstaltungsbericht: Informationen für Jura-Studieninteressierte in Bamberg

Am Samstag, den 24.02.2018, nahm der Fachbereich Rechtswissenschaft der FAU an der Studienmesse in der Bamberger Konzerthalle mit einem Informationsstand teil, um interessierte Schülerinnen und Schüler zum Jurastudium zu beraten. Die Teilnahme der Serviceeinheit „Lehre und Studienberatung“ erfolgte in sehr netter Kooperation mit der Bamberger Justiz, insbesondere den Diplom-Rechtspfleger/-innen, die ebenfalls über ihr duales Studium berichteten. Vor allem am Vormittag war die Nachfrage sehr groß, sodass die Gespräche oft parallel stattfanden, es aber zu keinen langen Wartezeiten für die Schüler/-innen kam. Naturgemäß häufig kam die Frage nach dem Einstiegsgehalt der Juristen. Oft wurde aber auch gefragt, ob das Jurastudium auch dual möglich sei. Dies mussten wir leider verneinen, konnten aber praktischerweise direkt nach nebenan zu den Diplom-Rechtspfleger/-innen verweisen.

Neben der individuellen Beratung am Informationsstand hielt Dr. Martin Zwickel auch einen Vortrag über die Berufsmöglichkeiten als Jurist/-in, die Auswahl der verschiedenen Studiengänge, die neben dem klassischen Jurastudium existieren, z.B. deutsch-französisches Recht oder Zwei-Fach-Bachelor Politik und Öffentliches Recht, sowie über die wesentlichen Studieninhalte und die Vorzüge des Fachbereichs Rechtswissenschaft in Erlangen.

Britta Willacker (Studienfachberaterin) beim Vortrag.

Einen knappen Monat später, am Mittwoch, den 21.03.2018, fand bereits die nächste Informationsveranstaltung für Schüler/-innen aus Bamberg und Umgebung statt. Diesmal jedoch nicht fächerübergreifend in eine allgemeine Studienmesse eingebettet, sondern als eigener Informationsnachmittag über das Berufsfeld Jura. Ausrichtungsort war das Franz-Ludwig-Gymnasium Bamberg, welches sich praktischerweise direkt gegenüber vom OLG Bamberg befindet. Wieder fand eine Kooperation mit den Bamberger Justizbehörden statt, wobei diesmal RiOLG Bernd Weigel federführend  war. Über diesen kam auch der Kontakt zu der Schule zustande, die die Informationsveranstaltung,  die ähnlich bereits vor vielen Jahren stattgefunden hatte, gerne wiederholen wollte.  Neben dem Fachbereich Rechtswissenschaft der FAU (Adèle Goetsch, Britta Willacker, Lisa Knörr) waren auch Vertreter/-innen der Rechtsanwaltskammer für den Bezirk des OLG Bamberg sowie Richter/-innen des Amtsgerichts, Landgerichts und Oberlandesgerichts sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälte und Rechtspfleger/-innen eingeladen, über ihre Tätigkeiten zu berichten und die Schüler/-innen in Workshops für juristische Berufe zu begeistern. Die Veranstaltung begann in der gut besetzten Aula des Gymnasiums um 14:00 Uhr mit einem Grußwort der stellvertretenden Schulleiterin Saskia Hofmeister sowie des Präsidenten des OLG Bamberg Clemens Lückemann. Es folgte ein Vortrag von Britta Willacker über den Aufbau und die Inhalte des Jura-Studiums an der FAU sowie die Fähigkeiten, die Interessierte mitbringen sollten und über spätere Berufsmöglichkeiten. Danach trat RiOLG Bernd Weigel ans Rednerpult und berichtete sowohl Allgemeines über das Referendariat als auch über die Vorzüge des Standorts Bamberg mit kleinen Referendararbeitsgruppen und einem persönlichen Charakter der Ausbildung. Er betonte besonders den Mehrwert der Kooperation der Justiz mit den Bamberger Schulen, da das Jurastudium und juristische Berufe doch oftmals einen nicht allzu guten Ruf genössen und eher als trocken und langweilig gälten. Um dem entgegenzuwirken, schloss er seinen Vortrag in Anlehnung an die Tatsache, dass namhafte Lyriker gleichzeitig ausgebildete Juristen waren, mit folgenden Worten: „Ob Richter oder Dichter, Sie können nichts falsch machen!“ Als letzter Redner hielt Udo Schonath einen Vortrag über das Berufsbild des Diplom-Rechtspflegers bzw. der Diplom-Rechtspflegerin. Er betonte vor allem deren unabhängige Entscheidungsbefugnis in ihren Zuständigkeitsbereichen und die sehr gute Qualifizierung. Die Ausbildung hierzu erfolgt dual, wobei sich die Fachhochschule in Starnberg befindet und die Studentinnen und Studenten ihren Ausbildungsort für die Praxisphasen am Gericht und bei der Staatsanwaltschaft relativ frei wählen können. Im Gegensatz zum klassischen Jura-Studium erhalten die Studentinnen und Studenten während der dreijährigen Ausbildung eine monatliche Vergütung von ca. 1.200 Euro und bekommen die Unterkunft in Starnberg gestellt. Somit sei das duale Studium im Fachbereich Rechtspflege eine lukrative Alternative zum klassischen Studiengang der Rechtswissenschaft.

Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern in Workshops.

Nach einer Pause mit Kaffee und Gebäck ging es dann in die einzelnen Workshops in verschiedenen Klassenzimmern. Um den Schüler/-innen einen Einblick in die Fallmethodik des Jurastudiums zu geben, löste Britta Willacker mit Kleingruppen einen Einstiegsfall. Den Schüler/-innen standen hierbei Lehrbücher und Kommentare zur Verfügung, um einzelne Tatbestandsvoraussetzungen herauszufinden und so zusammen eine Lösungsskizze zu erarbeiten. Unterstützend wurde ein Video zur Falllösung gezeigt, um die immer wichtiger werdende Säule des E-Learnings in den Vordergrund zu stellen. Zeitgleich bestand die Möglichkeit, an den im Foyer aufgestellten Informationsständen individuelle Fragen zu stellen und Broschüren und Giveaways mitzunehmen.

Da an dem Informationsnachmittag vor allem diejenigen Schüler/-innen teilnahmen, die sich schon intensiver mit dem Jurastudium informiert und deren Studienpläne sich dahingehend schon konkretisiert hatten, waren die Fragen im Gegensatz zur Studienmesse nicht mehr allgemeiner Natur, sondern gingen eher in die Richtung, wie man am besten den Lernstoff bewältigt, oder betrafen tiefergehend die Lerninhalte. Großen Anklang fand auch die Möglichkeit des Schnupperstudiums am Fachbereich Rechtswissenschaft der FAU, um Interessierten Einblick in eine „echte“ Uni-Vorlesung geben zu können.

Besonders hervorzuheben war auch der feierliche Rahmen des Nachmittags mit einer musikalischen Begleitung durch das Klezmer-Ensemble des Franz-Ludwig-Gymnasiums.

Die erstmalige Teilnahme des Fachbereichs Rechtswissenschaft an einer solchen Veranstaltung konnte gleich als voller Erfolg verbucht werden.

Insgesamt lässt sich festhalten, dass die Zusammenarbeit des Fachbereichs Rechtswissenschaft mit der Bamberger Justiz ein bereichernder Faktor im Hinblick auf die Werbung für das Jurastudium ist und auf jeden Fall aufrechterhalten und vertieft werden sollte.

stud. jur. Lisa Knörr